Sakristei

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Mit dem Umbau des LIN DEN HOF zu einem Atelierhaus kam die Idee auf, passend zu jedem Monat des Jahres einen Soundtrack für den Aufenthalt dort aufzubauen. Der Soundtrack soll je einen Song und eine Ambient aufweisen und Gästen, auch mir, dann für den Monat zur Verfügung stehen.

Ich habe vergangenes Jahr im Advent 12 Basic Tracks mit Schlagzeug und Bass eingespielt und dann in jeder Raunacht vom 26.12. – 6.1. insgesamt 12 Texte geschrieben, die zum jeweiligen Monat, für den die Raunacht jeweils steht, passen. Im Allgäuer Dialekt. Sie handeln von den Pflanzen auf dem LIN DEN HOF im Jahreszyklus.

Der Probenboden, auf dem die Aufnahmen der MitmusikerInnen entstehen.

Jetzt arbeite ich jeden Monat im Jahr passend den Monatssong aus, singe ihn ein, instrumentiere ihn, orchestriere ihn, bin inzwischen beim August angekommen und habe angefangen, die Songs rückwirkend von je einer/m Musiker/in mitgestalten zu lassen. Sie wohnen entweder/auch vor Ort oder/und machen auch schon sonst mit mir Musik.

Januar Mix 1 / Thomas Aschenbrenner, SYNCOPY DRUMS
Februar Mix 1 / Detlef Hora, JAZZY SAXES
März Mix 1 / Julia Haug, ANGEL VOICES
April Mix 1 / Kai Hofmann, HARP
Mai Mix 1 / Christine Hackenberg, MARIA CHANTS
Juni Mix 1 / Ralf Strohwasser, SPHERIC GUITARS
Juli Mix 1 / Julia Haug, SOLO & CHOIR VOICES
August Draft Mix ( + Norman Young, geplant)
September Draft Mix (+ Kai Hofmann, geplant)
  • Oktober ( + Ralf Strohwasser, geplant)
  • November ( + Thomas Aschenbrenner, geplant)
  • Dezember ( + Christine Hackenberg, geplant)

Die Idee im gleichen Monat wie sie dazu gedacht sind die Songs entstehen zu lassen ist es, die Stimmung des Monats in den Song einfliessen zu lassen und so in der Zeit zu übertragen. Es ist spannend und anspannend zugleich am Anfang des Monats noch nicht zu wissen, wo ich mit den Tracks landen werde. Manchmal gibt es komplette Umarbeitungen der ursprünglichen Idee wie beim Mai, wo der Rhythmustrack verschwunden ist und der Song sehr sphärisch wurde. Manchmal wie beim Juli geht die Form sehr schnell ihren Weg, braucht aber dann im Finish noch einmal einen grossen Eingriff, manchmal wie beim August geht alles glatt durch bis zum Draft Mix.

Schwesterherz besingt cool den Mai.

Was mir überraschend viel Schwierigkeiten macht, ist der Gesang im eigenen Dialekt. Es sind nicht die ersten Stücke, die ich so aufnehme, aber Phrasierung meiner Kindheitssprache passt nicht immer in den Groove, und vor allem kann das Allgäuerische sehr nasal gesprochen sein, was dann dem Gesang einen nicht immer angenehmen Oberton gibt.

Julia neben ihrem Kumpel.

Aber es gibt diese Sternstunden, wenn dann zum Beispiel meine Schwester vor das Mikrophon tritt und den „Mai“ einsingt, wenn sie ein Stück Magie erzeugt, die ich unmöglich mit meinen Effektgeräten und dem ganzen Krempel zuwege bringe. Oder wenn die Diskussion über den Groove einen Track fast komplett ohne Rhythmussection lässt und die Drums in eine neue Richtung treibt. Das hebt die Tracks dann auf eine neue Stufe. Oder wenn Julia beim März so richtig aus sicher heraus geht. Oder wenn Detlef cool mit seinen zwei Saxes vor der Türe steht, und fehlerlos mich mit 5 perfekten Takes an die Wand macht. Das ist der wirklich Spass an diesen Projekt.

Detlef hebt ab.

Wenn das Jahr der Produktionen abgeschlossen ist, dann finalisiere ich 2022 jeden Monat den entsprechenden Song und das daraus gewonnene Ambient, publiziere zusammen mit einem Video. Der Soundtrack für den LIN DEN HOF steht. Er wird über die Jahre immer wieder ein Update erhalten. Neuversionen, akkustische Versionen, etc. Warum sollte so viel Spass einfach aufhören.

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