Ritus.

Tagelang in der Sakristei. Mein Büro, ein Stehtisch, fünf Gitarren, ein Chapman Stick, drei Regale und ein Schrank. Ein Rosenkranz an der Wand. Der Tag beginnt dort gegen 05:30 mit einer Meditation, danach Sport (manchmal neben dem Schreibtisch, manchmal renne ich den Hügel hoch). Frühstück und dann spätestens um 07:30 Uhr zurück. Grüntee auf das Stövchen, japanische Räucherstäbchen dazu, das ist er Ritus für den Winter, um in Schwung zu kommen. Im Sommer knarzt die Espressomaschine. Bis 12.00 Uhr geht es durch mit Mails und Texte, passieren die Meetings als Videokonferenzen. Dann eine Stunde Pause und weiter bis 18:00 Uhr. Gleichförmig, versunken in dem, was ich mache. Kaum Ablenkung. Kaum ein Mensch, den ich sehe, bis meine Familie vor mich hin tritt.

Was immer in der Sakristei ist: Musik, viel Techno, viel Ambient. Hinter dem Bildschirm changierende Farben, damit ich die Augen schone. Der Stehtisch ist leer bis auf eine Tasse Tee, das Handy, Tastatur und Maus. Leere als Befreiung, um dem Denken Raum zu geben. Die Finger gleiten zum Takt über die Tasten, die Gedanken kreisen das aktuelle Thema ein, ich spüre das Teein in mir und versinke.

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