Glück gehabt. Welttheater und trilogische Hörepos.

  • Projektziel: Hörbuch Umsetzung der GLÜCK Trilogie Romane zusammen mit Freunden
  • Leitbild: Hörbücher, alte Notizlinger (Eigene Comichörspiele)
  • Mittel: 55 Sprecherrollen durch Freunde, eigene und Computerstimmen,
  • Logic Pro, Microphone, Sprecherkabinen, Musikperipherie
  • Start: 1.1.2025
  • geplantes Ende: 1.6.2026

Wohl mein Opus Magnus. Aus den der Glückstrilogie mit ICKE, Norbert und Allegra als Romane habe ich das Manuskript hörbuchtauglich in die Richtung eines Hörspiels getrieben und plane 2026 die über 550 Seiten mit 55 Sprecherrollen, mich als Erzähler, Geräuschkulissen und passendem Soundtrack zu produzieren. Ich gehe von 15 bis 20 Stunden Laufdauer aus (Nachtrag 5/2026: es sind über 30 Stunden geworden…). Wahrscheinlich länger, es soll ja keine Hast aufkommen.

Die Produktion hat mit der finalen Bearbeitung des Manuskripts und der Sprecher/innenauswahl begonnen. Alleine die Aufnahmen vor Ort in der SAKRISTEI oder mit einem mobilen digitalen Studio zu organisieren war ein Akt. Ich habe unglaublich begabte und auch sehr geduldige Freunde, denn ich verlange ihnen ab, ihre Einsätze monologisch zu lesen. Es ist klar, dass ich vor allem schon wegen der Länge von „Glück gehabt“ die Produktion nicht live durchführen kann, auch nicht in Stücken, denn wer im Hörstück miteinander spricht, muss nicht zwangsläufig am selben Ort wohnen oder auch nur zur gleichen Zeit Freiraum aufbringen können. Also nehme ich die bis zu 400 Einsätze pro Rolle an einem Stück und alleine auf. Wie man an dem obigen Plan sieht, laufden die Aufnahmen wirklich gut durch. Die meisten waren first Takes mit nur ganz wenigen Wiederholungen oder Unterbrechungen (Anatol, auch Du kommst gegen die Blasmusik des Nachbarn nicht an).

MIt der Hilfe der ersten Minirollen von mir selbst habe ich angefangen, die Aufnahmetechnik zu durchdenken. Es waren jeweils drei bis vier Sätze pro Rolle, und die sieben Minirollen liessen sich gut weglesen. Aber ich kenne den Text ja auch. Mit der nächsten Aufnahme am 17.6. (zusammen mit Sebastian, der den CEO Meier und den Concièrge lesen wird, je 20 Einsätze) begann es ernst zu werden. Es funktioniert am besten, wenn für alle Beteiligten eigene digitale Manuskripte vorliegen, die Sprungmarken zum nächsten Text haben werden. Denn schon der CEO Meier kommt im gesamten Text an mehreren Stellen vor, die so nicht einfach mit Scrollen zu finden sein werden. Also muss es eine einfache Art geben, die Sätze zu finden. CTRL+F und ein Zeilenschlag führt hier schon sehr weiter. Für das iPAD musss ich das noch testen.

Eine grosse Hilfe ist dabei „Copilot“ von Microsoft, dem man die Order geben kann, den Text an den entsprechenden Stellen markiert auszugeben. Das klappt ziemlich gut. Ich werde also allen diese vorbereiteten Texte in die Hand drücken, mit ihnen beim Durchgehen eine kleine Stimmregie machen und dann auf Aufnahme drücken. So entstehen pro Rolle einzelne WAV Files, die ich dann wieder in Logic Pro wie Samples passend zusammenbaue und bearbeitete (Stimmveränderung, Raumklang, Bewegung in Dolby Surround, Musik, Geräusche etc.). Ein Riesen Mastermix am Schluss, ein Soundtrack.

Alle Stimmaufnahmen bis auf den Erzähler sind abgeschlossen (hechel). Die Erzählerstimme entsteht mit fortschreitender Produktion, nachdem das Masterfile im Oktober seinen Kick-off hat. MIt der Stimme des Nietzge enden am 23.10. in Potsdam die Sprecheraufnahmen. Dann wird sich zeigen, ob die Idee des Zusammenbaus der Dialoge funktioniert, wie ich mir das denke.

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Sebastian Baer liest den CEO Meier und den Concièrge. Ich schmeiss mich weg bei seinem „Sir“:

Sepp Eichhorn und Jürgen Richter sind ein eingespieltes Team. Nur sie können an einem Nachmittag einen diabolischen Luzifer (Gentleman like), einen genervten bayerischen Papst und einen alkoholisierten Dorfpfarrer der schleimigen Sorte in einer Stunde hinlegen.

Der Lesekreis geht mit Detlef Hora als genervtem Nachbarn, Daniela Haltenberger als hessischem Drachen (sorry Danny… es ist nix Persönliches). Es ist so spannend, die jahrelang geschriebenen Sätze nun frisch interpretiert und gelesen zu bekommen. Zum Beispiel so erfrischend wie von Aisha Seitz (als Linda):

Yannick zum Beispiel hat klare Meinungen zu seiner Frau (im Hörstück natürlich nur). Und die wäre eigentlich Barbara Schröder, ich meine Valerie.

Weitere Mitwirkende verewigen sich und geben Grossartiges vor dem Mikrophon von sich. Es ist immer das gleiche Schema: Panik am Anfang, man sei kein Profi und wisse nicht genau was man tun müsse. Dann Entspannung, sobald die Rolle einem sehr nahe liegt (warum wohl wurden die Stimmen dementsprechend ausgewählt???) und was dann folgt ist einfach immer grossartig. Wenn ich das von Anfang an gewusst hätte, dann hätte ich noch drei Bücher dazugeschrieben.

So Herr Professor Schögel als „Lutz“:

Anke Müller als „Rita“ und „Frau Fischer“:

Boris Jacklowsky als „Josh“ (aber sowas von):

Dani Goldsmith als „Norbert“ und als diverse Kellner:

Daniela Bolliger, nicht nur als „Carmen vom Empfang“ und „Sieglinde“:

Und die beste Gattin von allen als „Das Mami“:

Und wie gut eine Päpstin klingen kann, und Jesus, und ein Schweizer Goldjäger, das hört man hier, dadorten, wo Regina Recht, Peter Hunziker und Anatol Locker mitten im Flow sind.

Und auch die eigene Schwester-Familie ist eingebunden und bei der Sache. Roland Hackenberg als Onkel und Christine Hackenberg als Magdalena. Besonders lustig die gelungenen Versuche meiner Schwester, auch einmal FALSCH zu singen, denn sie ist brilliant in ihren Stimmlagen. Das war nicht einfach. Und einen militärischen Onkel zu sprechen, ist für einen ehemaligen Zivildienstleister auch nicht einfach.

Und schliesslich kommt der gute Dieter Jirmann als Brachow ins Spiel. Ihm folgt im Oktober 2025 noch Roland Metzler als Nietzge, in einem begahbaren Schrank, mitten im Holländischen Viertel in Potsdam gelesen.

Es sind alle Stimmen (auch die meinigen und die des Computers) beisammen und es kann mit der Produktion losgehen. EIn bisschen nervös tue ich schon sein. Schliesslich muss ich da liefern, die Stimmen haben sich ja auch angestrengt.

Mix und Produktion

Ende Oktober nach der letzten Sprachaufnahme bei Roland Metzler startet laut Plan die eigentliche Produktion. Dazu habe ich bereits das 70spurige Masterfile aufgezogen, in das ich die Sprecheraufnahmen ziehen werde. Aber auch die Musiken und Atmos mit allen Geräuschen werden dort zu finden sein, damit ich einen Dolby Mix der Files erzeugen kann. Die Stimmen sind derzeit nach ihrem ersten Auftreten im entsprechenden Buch geclustert und nach dem Alphabet geordnet. Sonst finde ich nix mehr.

In der Zwischenzeit gehe ich genüsslich die Komposition der Musiken an, die werden in einem eigenen File stattfinden und immer von Orchester zum jeweiligen Schwerpunkt gehen, also religiöse Chorgesänge, akkustische Blasinstrumente für Natur und Computersouds für Allegra. Und zurück. Auch hier wird es eine ausgelagerte Produktion geben, das kann ich nicht im Masterfile machen, sonst platzt selbst Logic aus allen Nähten… Idee ist es, die Notenfolge A, B. C, D, E, F, G, H auf- und absteigend in Vierteln als Basismelodie zu nehmen und sie wie einen Krebskanon mit verschiedenen Tempi, Taktarten und Sounds zu variieren. Heraus kommen dabei etwa 70 Stücke, die noch dazu zu finden sind.

13.12.2025: Seit Ende November hat die Produktion von geplanten 24 Kapiteln begonnen. Jedes davon braucht etwa eine Woche Produktionszeit und beginnt mit dem Einlesen meiner Erzählerstimme und dem deklinieren der Musik, die ich aus dem Grundmotiv passend für das Kapitel instrumentiere, dann suche ich aus dem BBC Soundarchiv noch eventuell benötigte Atmos heraus und beginne dann mit dem Zusammenschnitt der Sprecherstimmen mit alledem in Apple Logic.

So sieht Kapitel 2 aus. Die Kunst besteht, die Atmos nicht zu überladen und ausgewählte Geräusche einzusetzen. Auch darf die Musik weder fehlen noch zu oft in Erscheinung treten. Bei den Geräuschen muss ich oft um die Ecke denken. „Wie klingt es im Inneren eines abstürzenden Flugzeugs?“ wird zu, „Wo bekomme ich Originalaufnahmen von angreifenden Stukas aus dem 2. Weltkrieg her?“, die mit ihren Sirenen diesen Absturzton erzeugen. Das Kleben einer Zunge an der Decke entsteht durch die Aufnahme einer Peitsche… die vielen Schnitte im türkisblauen Stream entstehen, weil ich mich verlese oder bessere Versionen eines Satzes einbaue. So entstehen die sauberen Schnittfolgen, die aber noch in einen finalen Mix gehen müssen, denn das Hörepos ist immersiv in Dolby XD abgemischt und als Raumklang konzeptioniert. Taglinger’s Spielwiese.

4.2.2026: Inzwischen finalisiere ich Kapitel 9 von 20 und komme sehr geregelt voran. An den Wochenenden, wenn ich denn da bin, lese ich den Erzähler pro Kapitel ein und produziere den Abschnitt dann mit der vorbereiteten Musik (meistens drei Varianten des Kapitelmotivs mit seinen speziellen Instrumenten). Der untenstehende Ausschnitt zeigt schön, wie ich dabei vorgehe. Ich arbeite mich durch den Erzählertext, der immer wieder für Dialog EInschübe unterbrochen wird. Diese Einschübe habe ich auf der rechten Seite des Screens am richtigen Schnitt im Stehsatz und ziehe sie bei Bedarf nach Links, um wieder ein Stück davon abzuschneiden und einzupassen. Das geht relativ reibungslos. Trotzdem brauche ich für 10 Minuten Schnittproduktion etwa 1 Stunde Studiozeit, die mir den Abend nach dem Job versüsst. Das tut sie wirklich, denn die Atmos entfalten sich köstlich.

4.4.2026: Insgesamt 24 Kapitel (Kapitel 10 hat einen eigenen Epilog) neigen sich in der Produktion ihrem Ende zu. Mitte April sind sie alle im Kasten und müssen dann noch einmal gemischt und ausgerichtet werden. Am Anfang jedes Kapitels lag ein Haufen an Stimmen, die noch eine klare Abfolge wie im 450 Seiten Drehbuch definiert bekommen mussten. Zusammengenommen – noch ohne Schnitt – klang das in etwa so:

Man lausche der noch strukturierten Einleitung und dem wahllosen Aufeinanderprallen der Stimmen. Hat was.

Die Mischung wird noch einmal spannend, denn es kommen weitere Hintergrundgeräusche noch im Mix dazu, die Stimmen brauchen eine räumlilche Ausrichtung und eine eigene Akustik (weniger Tiefen in den Freiluftszenen und den richtigen Raumklang in Innenräumen) und Bewegung mit Laut und Leise, um einen Szenencharakter zu bestärken. Das wird der eigentliche Spass an dem Ganzen. Im Moment sind zirka 40 Stunden Durchlaufmaterial schon „OK“, aber sie bekommen erst ihren Glanz im sauberen Mix. Studioarbeit, die ich wirklich liebe.

29.4.2026

Nach etwas mehr als einer Woche im finalen Mix in Dolby 3D fliegen in den bereits abgemischten 15 Folgen Flugzeuge um die Ohren, Sprecher drehen sich um sich selbst und schreiten bei ihren Einsätzen durch das Zimmer. Ich liebe solche Mätzchen in 7.1.1 und erfreue mich an den Feinheiten der Mischungen, die ganz gut gelungen sind. Jetzt fahre ich für eine Woche auf den LIN DEN HOF und nach Niederbayern bzw. Nürnberg und nehme die 20 Stunden Material mit. Noch einmal durchhören und notieren, wenn noch Fehler drin sein sollten. Auch ein wenig den Flow geniessen, wenn mir schön runde Stellen gelungen sind. Und den Sprechern erst. Die mussten ja ohne Chance auf Kontext ihre Einsätze lesen.

Danach geht es mit den verbleibenden 9 Kapiteln in den Mix, und an Pfingsten Sonntag wird es eine online Vernissage geben, in der ich ein Video mit der Optik und Ausschnitten allen Teilnehmenden vorstelle. Danach geht es in die Publikation für den Sommerferien Markt. Ein Hörbuch wird es werden. Und danach ein Podcast, und danach noch lokale Kopien für Freunde und Sprechende. Als Belohnung.

Die Optik wird an Filmplakate und Hentai angelehnt sein, ich habe da eine erste Idee. Es gibt sogar Comicversionen der Hauptfiguren, aber ich weiss noch nicht, ob ich die schon einsetze. Das ergibt die Arbeit mit KI Designs, wenn es an die Plakatentwürfe geht.

Sowas von gespannt. Eineinhalb Jahre Arbeit und hoffentlich viel Spass für alle, die hineinhören und auch mitgemacht haben.

18.5.2026

Ausgerechnet zu Himmelfahrt schliesse ich den ersten Mix ab… gut, sooooo zufällig ist das nicht gewesen. Lustig, langwierig und fordernd ist es gewesen, auf einer Dauer von 26 Stunden Konsistenz zu wahren und mit den gestalterischen Mitteln des 3D Audio umzugehen. Dinge und Personen schwirren einem um die Ohren, Hall und Effekte verstärken die Räumlichkeit, MIschungen aus Mikrophongeräuschen und Archivaufnahmen bilden möglichst ein Ganzes. Chat GPT kommt noch einmal zum Einsatz, um die optimalen Einstellungen der Erzählerstimmen zu sichern, damit sie wie im Kopf gesprochen klingen oder an die Erzählungen eines Märchenonkels erinnern. So kommen 3000 Schnitte, 70 Musiken und knapp 60 Sprecherrollen zusammen. Es klingt nach viel, aber wenn man im Mix ist, gibt einem die Struktur Halt.

Trotzdem… ich bin jetzt nach einem halben Jahr Produktionszeit (ohne die Stimmaufnahmen zu rechnen) ein wenig müde. Freue mich aber, dass alles so schön funktioniert hat.

Ich lade das Manuskript von Glück gehabt in Chat GPT und frage die KI, wie die Figuren aussehen (im Stil von Herr der Ringe und Marvel). Das Ergebnis montiere ich zu einem Plakatentwurf zusammen. Da kommen noch – ganz im Sinne eines Filmplakats –Slogans und Namen der Hauptsprecher dazu. Ausserdem gibt es von jeder Figur eine Spielkarte, die man sich als Kartenspiel ausdrucken kann.

Und zu Pfingsten steht nach dem letzten Durchhören der 23 (eigentlich 24…) Kapitel der Online Release unter meet.hostpoint.ch/lindenhof an. Alle Interessierten finden sich zu einer Stunde Plausch und zu diversen Videosnipets ein. Ich arbeite an einer Zusammenfassung mit Originalausschnitten und begleiteten Videos. Das könnte Spass machen.

Zusammen mit einem Online Würfelspiel und kleinen Ausschnitten wird es bei Publikation eine Website geben. Dann kann das Werk als Hörbuch in den Markt.

Uff… jetzt erst einmal einen Kaffee.

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